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Die Bagdad Reise vom 29.11.bis 5.12.1997 zusammengestellt von
Es kommen einige Anmerkungen zu der Reise von Dubai nach Bagdad vom 29. November 1997 bis 5. Dezember 1997. Die Reise in Dubai begann mit einem kleinen Visa-Kunstgriff. Der Reisepass, mit dem ich ausreiste, blieb mit der freundlichen Unterstützung von Frau Maria Schaffen in Dubai, damit mir rechtzeitig zu meiner Rückkehr das Visum für Saudi Arabien zur Verfügung steht. Beim Einchecken am Schalter stellte sich heraus, daß für mich trotz des anders lautenden Flugtickets nicht gebucht worden war, noch stand ich auf der Warteliste. Gleichwohl bekam ich problemlos eine Bordkarte. Der Flug verlief ruhig und ereignislos. Ich landete jedoch nicht auf dem Amman International Airport, sondern auf dem ca. 30 km entfernt Flughafen Marka, dem alten Flughafen von Amman. Der internationale Flughafen war wegen eines Unwetters (Windhose und schlechte Sicht) gesperrt. Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen musste ich zweieinhalb Stunden auf meinen Koffer warten, obwohl er mit einem Wagen bereits zum Transportband zur Ausgabe gebracht worden war. Dann wurde der Wagen aber wieder abgeholt. Die Koffer wurden stückweise wieder zurückgebracht und aufs Laufband gesetzt. Mein Koffer war einer der letzten. Die Bagdad Taxizentrale hatte ich angerufen und man riet mir dringend, die Bagdad-Reise um einen Tag wegen des schlechten Wetters zu verschieben. Aber dann konnte ich den Fahrer doch dazu bewegen, mich direkt vom Airport nach Bagdad zu fahren. Der Name des Taxifahrers ist Abdul Ghani. Der Wind war stark, aber nicht zu stark, so daß er das Fahren nicht beeinträchtigte. Auf der ganzen Strecke hatte es nur wenig geregnet. Es hatten sich kleine und auch größere Seen im Wüstensand gebildet. Obwohl die Wüste immer noch so aussah als gäbe es dort nicht einen Grasshalm, hatten die Schafherden Hochsaison. Überall waren Schafherden zu sehen. Auf der Landstraße zur Grenze hatte ich den Eindruck, daß Verhältnis zwischen den Tanklastern und anderen LKWs sich zugunsten der normalen LKWs verschoben hatte. Der Ladungsstrom in den Irak hatte offenbar zugenommen. Die Zahl der Irakbesucher war aber nicht so groß. Bei der Grenzkontrolle auf jordanische Seite war ich der einzige. Alles andere waren LKW Fahrer. Auf irakscher Seite traf ich dann in der V.I.P-Launge noch einige andere Gäste. Da mein Einladungsschreiben aus dem Mai 1997 stammte und ausserdem für eine Reise von Bagdad nach Amman ausgestellt worden war, bedurfte es einiger Überredungskünste, dies Schreiben als eine Einladung zu akzeptieren, die u.a. auch von der Aidsimpfung befreite. Mein Laptop wurde genaustens gemustert, weil man ihn zufällig gesehen hatte. Aus Erfahrung klug geworden, hatte ich aber die Modemkarten bereits in Dubai ausgebaut, so daß es keine Probleme gab. Der Rest des Gepäcks blieb unangetastet. Beim Verlassen des V.I.P Raumes sah ich draußen einen Merzedes 560 neuesten Baujahres mit einem Dubai Nummernschild. An der Grenze begann es, stark zu regnen. In Amman hatten die Temperaturen noch etwa 16 Grad bis 19 Grad betragen, an der Grenze waren sie auf 5 bis 6 Grad abgesunken. Das Taxi war dieses Mal jedoch ein neuer GMC 4 Weel Drive mit einer guten Heizung. Auf der Strecke zur Grenze wurde die vordere Windschutzscheibe von einem kleiner Stein getroffen, den ein entgegenkommender LKWs hoch geschleudert hatte. Ein kleines Loch zierte die Windschutzscheibe, womit sie sich nun dem allgemeinen Zustand der Windschutzscheiben im Irak weitgehendst angepaßt hatte. Nach der irakischen Grenze wurde wie
üblich getankt. Der Tankanzeiger deutete an, daß auch der Reservetank
bereits stark strapaziert war. Überrascht war ich jedoch, daß
wir bereits bei der nächsten Tankstelle wieder tanken mußten.
Der Fahrer teilte mir mit, daß Benzin rationiert worden sei und daß
man nicht mehr als 70 Liter (bei 4 Weel Drives maximal 90 Liter.) an einer
Tankstelle tanken dürfe. Der Preis pro Liter beträgt 20 ID. 1
US-$ entspricht zirka 1500 ID. Für 90 Liter zahlte der Taxifahrer
also etwas mehr als einen US-$. Die Irakis zahlen für Benzin auf Bezugscheinmarken
1 1/2 Dinar, dürfen aber z.Zt.nur 50 Liter alle 4 Tage tanken.
Wegen befürchteter Bombenangriffe hatte man die Raffinerie stillgelegt,
wichtige Teile entfernt und die Leitungen mit Stickstoff gefüllt,
um Brandschäden vorzubeugen.
Rolf Meyer-Reumann
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