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Reisebericht zur
zusammengestellt von
Der Anlaß der Reise war die 35.
internationale Ausstellung in Bagdad vom
Hierunter hatten bereits auch meine Bemühungen im Sommer dieses Jahres gelitten, als ich mich um eine deutsche Beteiligung bei den Babylonischen Festspielen in September bemühte. Obwohl die Bundesregierung sich eindeutig gegen eine Beteiligung an einer Intervention im Irak ausgesprochen hatte, war es mir nicht gelungen, ausreichende Sponsoren für das Ereignis zu finden und mußte es in letzter Minute absagen. Auch im Oktober hielten die amerikanischen Drohungen, den Irak anzugreifen, an, obwohl allgemein mit einem unmittelbaren Angriff noch nicht gerechnet wurde. Am Tag unserer Reise wurde der Grenzübergang Arrar zwischen Saudi-Arabien und dem Irak wieder geöffnet. Für mich war dies ein Zeichen lokaler Entspannung, der international aber kaum Beachtung fand. Mit einstündiger Verspätung erreichten wir Amman, wo auf uns normaler PKW statt des üblichen 4-Wheel Drive´s auf uns wartete. Aufgrund des seit Jahren schwelenden „Krieges“ der Taxis zwischen Bagdad und Amman war es den Taxis aus Bagdad untersagt, den Flughafen in Amman anzufahren. Stattdessen mußte uns ein PKW aus Amman abholen und uns an den Stadtrand von Amman fahren, wo irgendwo der 4-Wheel Drive nach Bagdad auf uns wartete. Dieser Umweg hatte zur Folge, daß ich bis zur Hälfte auf dem Weg zur irakischen Grenze einen völlig neuen Weg fuhr. In Ruweishi aßen wie gewohnt bei Abu Seif, wo ich auf Empfehlung aus Amman mein Handy hinterlegte, um es dann auf der Rückreise dort wieder abzuholen. Die Einfuhr von Handys in den Irak ist verboten. Hinter Ruweishi bemerkten wir, daß entlang der Straße eine Pipeline gebaut wurde. Mein Reisebegleiter, der Repräsentant einer deutschen Baufirma aus Dubai, tippte aufgrund des Durchmessers auf eine Gasleitung. Von Amman bis nach Bagdad sahen wir entlang der Straße immer wieder größere Wasserpfützen. An den beiden Tagen zuvor hatte es in der Region von Amman bis nach Bagdad das erste mal in diesem Jahr kräftig geregnet. Wir hatten jedoch auf unserer gesamten Reise nur strahlenden Sonnenschein und nach dem Dunkelwerden einen schönen Sternenhimmel. Die Grenzkontrollen an der jordanisch/irakischen
Grenze verliefen reibungslos und zügig. Wie im Vorjahr, als die Messe
unter dem Zeichen des
Nissan hatte offenbar einen größeren Auftrag für die Lieferung von PKWs bekommen. Wir sahen an der Grenze zahlreiche Trailer, die voll mit Nissan Maxima beladen waren. In Bagdad sahen wir später, daß diese PKWs von der Polizei eingesetzt wurden. Daneben sah ich in Bagdad viele neue Nissan-Sunny PKWs, die als Taxi eingesetzt wurden. Statt in der traditionellen Farbe weiß/orange waren diese Taxis in einem kräftigen gelb gehalten. Die rechtlichen Gespräche in den nächsten Tagen mit verschiedenen Partien drehten sich um Lieferungen von Ersatzteilen für die Ölindustrie, das irakische Handelsvertreterrecht, die Registrierung von Warenzeichen und – natürlich – alles rund um das UN Embargo. Die amerikanischen Drohungen, den Irak anzugreifen, wurde sehr erst genommen. Allgemein bestand der Eindruck, daß die irakische Haltung – wie sie auch immer aussehen möge – darauf wenig Einfluß haben würde. Deshalb stand auch nicht die Frage „ob“, sondern „wann“ im Vordergrund. Beim Abschied wurde ich gebeten, an die Belegschaft in Bagdad zu denken, falls Amerika die angedrohten Angriffe aufnimmt. Obwohl es in den Jahren zuvor ähnliche Situationen gegeben hatte, hatte man diese Bitte noch nicht an mich gerichtet. Böse Vorzeichen? Ich hoffte nicht! Die Haltung der deutschen Bundesregierung, die sich eindeutlich gegen eine militärische Intervention im Irak ausgesprochen hatte, wurde natürlich allseits begrüßt. Trotz des Embargos werden in Bagdad zurzeit die beiden größten Moscheen der Welt gebaut. Die eine entsteht im Stadtteil Mansour und die andere auf dem Gelände des alten Flughafens. Das Babylon Festival 2002 hatte Ende September/Anfang Oktober ohne deutsche Beteiligung stattgefunden. Ich erhielt einen kleinen Film, einige Bilder und Berichte, die jetzt für die Webpage hergerichtete werden. An den Abenden fanden verschieden Einladungen statt. Am ersten Tage hatte die IMAG, die die deutsche Messebeteiligung organisiert hatte eingeladen. Am zweiten Tage hatte der Geschäftesträger der Schweizer Botschaft zum Empfang gebeten. Am Tage darauf war es mein Nachbar, Herr Limpelt, ein Österreicher mit jahrelanger Irak-Erfahrung. Am Montag hatte ich die deutschen, österreichischen und schweizer Aussteller und einige lokale Vertreter zu einem Informationsaustausch und zu Maskouf und Reis mit Lamm und Kebab eingeladen. Am Mittwoch, den 6. November, begann der Fastenmonat Ramadan. Insbesondere am ersten Abend wird in Bagdad das Fasten im Kreise der Familien mit Freunden und Angehörigen gebrochen. Am Tage darauf, meinem letzen Tag in Bagdad während dieser Reise, brachen wir das Fasten gemeinsam mit allen Angestellten und einigen Geschäftsfreunden im Garten der Firma. Die Rückreise verlief ebenso ruhig wie die Hinreise. Der Grenzverkehr war trotz der Messe merklich schwächer geworden. Der Flugverkehr nach Damaskus und Amman hatte, wie ich überall feststellen konnte, kräftig zugenommen. Alle Flüge waren ausgebucht. War das Ende des Flugverbots in Sicht? Von der Grenze her kamen mir zahlreichen
LKWs entgegen, die Baustahl in den Irak einführten. Außerdem
bemerkte ich, wie der Regen an den Tagen vor meiner Einreise die Landschaft
verändert hatte. Auf den vielen Kilometern zwischen dem Euphrat und
Amman, wo man für die meiste Zeit des Jahres keinen Grashalm finden
konnte, war es jetzt – insbesondere in den Senken – grün geworden.
An zahlreichen Stellen auf der Strecke sah ich, daß man gelbes Material
abgeladen hatte. Mein Fahrer meinte, daß dieses Phosphat sei. Für
mich machte es nicht viel Sinn. Wollte man die Wüste düngen?
Dubai, den 10. November 2002
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